E-Books im Eigenverlag – eine Anleitung in 6 Schritten
Posted: Januar 28th, 2010 | Author: Markus Albers | Filed under: Best Practice | 4 Comments »Unsere Lebens- und Arbeitswelten verändern sich, das Hobby wird zum Beruf, die Selbstverwirklichung zur neuen Chance und die eigene Positionierung als Marke zur Voraussetzung. Die Thesen des neuen Buches “Meconomy” von Markus Albers sind für sich genommen vielleicht nicht neu, wurden jedoch noch nie so glaubwürdig vorgelebt. Denn konsequenterweise hat der in Berlin lebende Autor und Journalist für sein zweites Buch kein renommiertes Verlagshaus gewählt, sondern – seiner Meconomy-Philosophie folgend – im “Selbstverlag” veröffentlicht. Ausschließlich digital (ePup und PDF) kann das Buch nun über die eigene Homepage, im iTunesStore oder über diverse andere (Web-)Shops gekauft werden. Die Aktion hat bereits einige Publicity eingebracht, und auch in der Blogszene gab es prominente Berichte (z.B. Stylespion und e-book-news). Nach der Anfrage vom DIYG hat der Autor nicht lange gezögert und kurzerhand eine kleine Anleitung für E-Books im Eigenverlag verfasst. Meconomy eben …
“Ein E-Book selbst heraus zu bringen, ist heute viel einfacher und günstiger als früher – man muss aber bereit sein, das unternehmerische Risiko zu tragen sowie viel Marketing und Pressearbeit selbst zu machen.
1) Über Diensteister wie E-Junkie kann man den Verkauf seines digitalen Contents automatisieren. Das kostet mich 5 Dollar im Monat.
2) Eine Website einzurichten kostet zwischen 500 und 1500 Euro, je nachdem wie professionell die Gestalter sind. Ich habe da lieber etwas mehr investiert und finde, es hat sich gelohnt.
3) Was Lektor, Korrektorat, Satz und Titelgestaltung angeht, bin ich als Journalist sicher im Vorteil, weil ich viele dieser Experten persönlich kenne und mir Kollegen einen Freundschaftspreis gemacht haben. Mir ist klar, dass das nicht für jeden so geht. Sich im weiteren Bekanntenkreis umzuhören und ggf. über Online-Marktplätze für Freelancer (wie Elance.com) zu suchen, ist aber für jeden Autor möglich. Ich empfehle, auch hier auf Qualität zu setzen.
4) Marketing: Ein Blog aufzusetzen (z.B. über Wordpress) kostet nichts, auf Twitter oder Facebook das Buch zu bewerben ebensowenig. Andere Blogger und Journalisten ansprechen, die über das Buch berichten, muss man dann eben selbst tun. Gerade online ist es aber relativ einfach, auf Seiten, die sich mit verwandten Themen beschäftigen, Gastbeiträge und Interviews zu platzieren. Wichtig: Authentisch auftreten, nicht zu verkäuferisch oder werblich.
5) PDF-Vertrieb über die eigene Website geht für jeden. Eine ISBN-Nummer kann man sich besorgen und dann das Buch in E-Book-Shops stellen. Amazon bietet seit ein paar Tagen jedermann an, Bücher in den Kindle-Shop hochzuladen – ich werde das auch noch tun.
6) Fazit: Mich hat das Buch bisher einen niedrigen vierstelligen Betrag gekostet. Dafür verdiene ich pro verkauftem Exemplar zwischen 4 und fast 10 Euro. Ich muss – je nach Plattform – etwa 300 bis 500 verkaufen, um den Break Even zu erreichen. Danach ist alles Gewinn.
Zugegeben: Man muss schon etwas experimentierfreudig sein und auch viel recherchieren sowie auf Menschen zugehen mögen, um das so zu machen wie ich. ”Einfach” ist es nicht, aber dramatisch “einfacher” als noch vor kurzem. Mir macht es jedenfalls sehr viel Spaß und die Lernkurve ist steil.”
Dieser Artikel wurde am 28.Januar 2010 von Markus Albers geschrieben.
Markus Albers lebt als freier Journalist und Sachbuchautor in Berlin. Er ist Korrespondent der Zeitschrift Monocle, schreibt für Brand Eins, Die Zeit, GQ, AD und für zahlreiche weitere bekannte Medien. Im Januar 2010 hat er sein Sachbuch "MECONOMY" im Eigenverlag veröffentlicht. Portrait © Max Miller




