Vom Feed zum E-Book
Posted: November 24th, 2009 | Author: Schuermanns | Filed under: Converting | 1 Comment »In diesem Artikel werden verschiedene Online-Dienste vorgestellt, über die sich Inhalte aus RSS-Feeds automatisiert in ein E-Book (PDF) umwandeln lassen. Die Tools bieten kaum oder keine Kontrollmöglichkeiten über den Output an. Vorgestellt werden (zunächst): Feedbooks, RSS2PDF, Starscape und Wikitye, Blogbooker und Blog2Print.
feedbooks – prepare it for the e-reader
feedbooks.com ist der Service der Wahl, wenn es darum geht, Feed-Inhalte für den E-Book-Reader zu optimieren. Die Feed-Konvertierung ist eher eine Nebenfunktion, hauptsächlich geht es bei feedbooks um die Erstellung von Texten und die anschließende Publikation. Der große Vorteil: Feedbooks bietet verschiedene Formate zum Download an:
- E-Pub
- Mobipocket/Kindle
- Custom-PDF
Feedbooks versteht sich gleichzeitig als Community und es stehen bereits zahlreiche Publikationen zur Verfügung, aus denen eine digitale Bibliothek zusammengestellt werden kann.

Angesichts des guten Services und der relativ hohen Präsenz am Markt ist es verwunderlich, dass der Dienst nach wie vor starke Defizite in der Usability hat: Die wenigen Funktionen sind recht uneinheitlich verteilt und man hat seine liebe Mühe, Funktionen oder einmal publizierte Medien wiederzufinden.
Als Beispiele bzw. zur Anleitung:
- Die persönliche Leiste (”Mein Name”) ist leer und bietet keine Übersicht, auch wenn bereits etwas publiziert wurde. Um seine Publikationen einzusehen muss der Unterpunkt “Books” ausgewählt werden.
- Unter “Publish” können neue Buchprojekte angelegt werden, es gibt jedoch keine Übersicht über bestehende Projekte, um sie ggf. zu editieren (siehe erster Punkt).
- Feeds (also auch “publish” von Feeds) laufen wiederum unter dem Reiter “News”. Bereits publizierte Feeds tauchen jedoch unter der persönlichen Leiste (”Mein Name”) nirgendwo auf.
- Grundsätzlich landet man beim Verfolgen eines Links fasst immer an einem Dead End ohne Ebenen- oder Gliederungsübersichten bzw. eine Backlink-Funktion.
Bei der Konvertierung in ein PDF kann man die Templates in Schrifttype, Schriftgröße und Format für verschiedene Reader optimieren. Bilder werden nicht mit importiert, dafür werden – im Gegensatz zu den Konvertierungstools für Magazin-Designs, Lesezeichen erstellt, über die sich gut navigieren lässt. Außerhalb von E-Readern würde man die Feed-PDFs allerdings kaum anbieten wollen.
rss2pdf – one click is enough!
Einen extrem einfachen Service stellt rss2pdf zur Verfügung: URL eingeben, Knopf drücken, fertig! Zwar fehlen jede Einstellungsmöglichkeiten oder Freiheiten in der Formatwahl. Trotzdem sieht das E-Book auf den ersten Blick akzeptabel aus:

Wikitype und Starscape
Die Liste von Konvertierungstools, die nur mit bestimmten Diensten funktionieren, beginnt mit Starscape für den Google Reader. Ein Test war nicht möglich, das Beispiel von Starscape lässt jedoch ein gutes Ergebnis vermuten: Starscape produziert ein zweispaltiges Layout mit Inhaltsverzeichnis und Lesezeichen, zudem importiert es Bilder. Über Umwege wie Yahoo-Pipes (RSS-Mashup und Filter-Service) könnte man den Output indirekt beeinflussen. Doch wer geht schon den komplizierten Weg, wenn es einfachere Alternativen gibt?

Der gleiche Anbieter stellt mit WikiType auch noch einen Service zur Wandlung von Wiki-Book-Beiträgen in PDF-Ausgaben zur Verfügung.
blogbooker – wordpress.com and lifejournal
Mit der Überschrift ist auch schon alles gesagt: Dieser Service funktioniert nur in Verbindung mit den beiden Blog-Communities wordpress.com und lifejournal. Der Dienst bietet für beide eine Umwandlung in ein PDF oder E-Book an. Blogbooker arbeitet auf LaTeX-Basis, ein Open-Source Text-Programm, das besonders unter Naturwissenschaftlern und Ingenieuren beliebt ist, allerdings das Erlernen einer eigenen Auszeichnungssprache erfordert und einen wysiwyg-Editor wie Microsoft-Word nur als Zusatz-Plugin bereitstellt. Aus der Beschreibung von Blogbooker kann man schließen, dass die Wandlung weitgehend automatisch abläuft und der Output so gut wie nicht beeinflussbar ist:
Given your export file, entries and comments are exported in XML and all images are fetched on the Web. Then these files are processed. All entries are sorted by year and month, comments are nested and images included into a book of professional quality thanks to LaTeX.
blog2print – convert, publish & pay!
blog2print ist ein schon etwas in die Jahre gekommener Service von Sharedbooks, über den sich aus Bloginhalten Printbücher erstellen lassen, die dann über SharedBook gekauft werden können. Der Service akzeptiert nur die drei Blog-Communities:
- Blogger
- Typepad
- Wordpress
Selbstgehostete Wordpressblogs werden beispielsweise nicht unterstützt. Auch die Preise sprechen für bzw. gegen sich: ein 20-seitiges Buch kostet 14,95$, als Hardcover 24,95$ und pro zusätzlicher Seite noch einmal 35 Cents, sprich ein 100-seitiges Buch kostet 42,95$. Ein PDF schlägt mit 7,95$ zu Buche. Was der Service für Funktionen bietet, konnte nicht getestet werden, man sollte sich jedoch überlegen, ob für diese Leistung nicht andere Dienste (z.B. FastPencil) deutlich günstigere Konditionen und einen wesentlich breiteren Service anbieten.
Dieser Artikel wurde am 24.November 2009 von Schuermanns geschrieben.
Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.






[...] (z.B. iPhone und Sony), Mobipocket (Kindle) und PDF (universell). Wie es funktioniert, ist in einem anderen Kapitel kurz beschrieben. Der große Vorteil: Feedbooks ist in der Stanza-Bibliothek für das iPhone [...]