Vom Feed zum PDF-Magazin
Posted: November 21st, 2009 | Author: Schuermanns | Filed under: Converting | 4 Comments »In diesem Artikel werden verschiedene Online-Dienste vorgestellt, über die sich Inhalte aus RSS-Feeds automatisiert in ein PDF-Magazinformat umwandeln lassen. Die Tools bieten teilweise umfangreichere, meist jedoch keine Kontrollmöglichkeiten über den Output an. Vorgestellt werden (zunächst): Tabbloid, Feedjournal, fivefilters, news2paper und zinepal.
Tabbloid – keep it simple
www.tabbloid.com aus dem Hause HP dürfte das bekannteste Web-Tool sein, mit dem sich RSS-Inhalte per Knopfdruck in ein PDF-Format umwandeln lassen. Für die Erstellung der zweispaltigen Tabbloid-Ausgabe ist keine Account nötig; es reicht die Angabe einer Feed-Adresse, einer E-Mail-Adresse und eines Intervalls, in dem die Tabbloid-Version versendet werden soll. Zur Auswahl stehen eine tägliche oder wöchentliche Lieferung mit Angabe des Liefertages. Die Qualität ist grundsätzlich in Ordnung (Flattersatz), je nach Inhalten (große und viele Bilder) ist das Ergebnis mal mehr und mal weniger ansehnlich.

FeedJournal – make it flexible
Feedjournal.com dürfte mit Tabbloid zu den etabliertesten Tools gehören. Im Gegensatz zum HP-Angebot setzt Feedjournal in de Standard-Version auf ein vierspaltiges Zeitungslayout. Der Dienst hat sich im letzten Jahr deutlich weiterentwickelt, inzwischen gibt es drei verschiedene Optionen:
- Ohne Account: Man bekommt ein PDF im vierspaltigen Zeitungs-Design zugeschickt, es können allerdings keine Intervalle angegeben werden.
- Mit Account: Man kann die einzelnen Beiträge aus einem Feed gezielt auswählen, zwischen Block- und Flattersatz wechseln, Bilder einbinden oder ausblenden und zwischen 2- bis 4-spaltigen Layouts wählen.
- Pro Account: Man erhält zusätzliche Editionsmöglichkeiten wie ein personal branding etc. Der Pro-Account kostet recht stolze 59$ im Monat.
Damit ist Feedjournal der mit Abstand flexibelste Service seiner Art, allerdings sind auch hier die Ergebnisse nicht immer ansehnlich. Zur Einbindung des persönlichen FeedJournals in externe Seiten kooperiert der Service mit der Publishing-Plattform doXtop, ebensogut kann man auch issuu.com verwenden. In den FAQs gibt die Seite viele nützliche Tipps, wie zum Beispiel Dapper, mit dem sich eigene Feeds bauen lassen, sowie Yahoo-Pipes, mit dem sich Feeds kombinieren und Filtern lassen.


fivefilters – do it yourself
fivefilters.org ist ein relativ einfacher Dienst, der im Ergebnis stark an Tabbloid erinnert: Ein zweispaltiges PDF-Magazin mit etwa gleichem Design. Der Clou: Fivefilters ist ein Open-Source-Projekt und lässt sich auf dem eigenen Server hosten. Wer also eine selbstgehostete Website wie Wordpress oder Typo nutzt, kann seinen Lesern die Umwandlung der Inhalte in ein PDF-Magazin auf der eigenen Seite anbieten.

news2paper – become professional
new2paper ist ein relativ neuer Anbieter aus Köln und der erste Dienst in unserer Review, bei dem eine Anmeldung zwingend erforderlich ist. Um zu gewährleisten, dass keine fremden Webinhalte publiziert werden, muss im eigenen Blog eine PDF-Datei eingebunden werden, über die sich der Dienst freischalten lässt. Die Vorgehensweise ist umständlich, unsinnig wird sie jedoch dadurch, dass der Service einem die genaue Adresse vorgibt, unter der das PDF erreichbar sein muss. Es reicht also nicht der Stammordner, in dem Dateien üblicherweise gespeichert werden. Hosted man seinen Blog selbst, lassen sich Dateien per FTP verschieben. Ist man allerdings bei einem Bloganbieter, hat man wenig Einflussmöglichkeiten auf den Speicherort. Was das alles soll, weiß wohl nur der Anbieter. Vielleicht wäre ein Blick auf andere Dienste hilfreich, die über eine einfache Code-Einbindung eine Freischaltung organisieren. Oder man nehme FastPencil, bei dem sich nach dem Einloggen in den eigenen Blog die Inhalte per RSS ziehen lassen. Schade sind diese unsinnigen Einstiegshürden vor allem, weil zumindest die Beispiele qualitativ gut aussehen und der Service – bei einem Premium-Angebot von 22,61 Euro monatlich – einiges verspricht:
- Individuelle Kopf- und Fußzeilen
- Frei wählbares Design, inkl. Schriftarten, Farben, Anordnung, etc.
- Seitenformat wählbar
- Flexible Kategorienverwaltung
- Ohne news2paper-Werbung (white label)
Außerdem bietet der Dienst auch ein Wordpress-Plugin an, mit dem man den Service auf der eigenen Seite integrieren kann.


Zinepal – go mobile
Ein weiterer Mitspieler unter den blog2mag-tools, der die anderen in einiger Hinsicht in den Schatten stellt, ist zinepal. Die Handhabung ist denkbar einfach: Auf der Startseite wird schlicht eine Feed-URL eingetragen, anschließend können die Artikel ausgewählt und neu sortiert werden, rudimentäre Einstellungen wie Schriftarten sowie Lieferintervall sind ebenfalls möglich, bevor man schließlich das Magazin erhält.


Schon dieser Workaround ist so einfach und übersichtlich, wie man ihn sich wünscht. Der eigentliche Clou ist jedoch ein anderer: Zinepal liefert nicht nur eine PDF-Version, sondern auch im ePub- und im Mobi/Kindle-Format, also für E-Reader und Smartphones optimiert!
Zudem hält Zinepal für Pro-User eine Menge nützlicher Zusatz-Tools bereit:
- Man kann ein eigenes Logo einfügen
- Man kann eigene Werbung (Bilder) einbauen
- Man kann jede Story editieren und formatieren
- Schließlich kann man sogar eigene Templates anlegen
Der Pro-Account liegt mit 3,99 pro Monat bei einer Laufzeit von einem Jahr deutlich unter dem Preis von Feedjournal bzw. news2paper: Der Preis tut nicht mehr allzu weh und dürfte durch ein zusätzliches Werbeangebot relativ leicht wieder einzuspielen sein. Gleichzeitig sind die Ausgabeformate so, wie sie sein müssen: Mobile-kompatibel und damit zeitgemäß.
Dieser Artikel wurde am 21.November 2009 von Schuermanns geschrieben.
Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.






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