Mobile Publishing

Posted: Dezember 6th, 2009 | Author: Schuermanns | Filed under: Converting | 6 Comments »

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Publizieren für Smartphones, insbesondere dem iPhone. Nach einer kleinen Einführung über die Bedeutung von Smartphones als eReader folgen Tools und Praxis-Tipps für Selfpublisher: Wie optimiere ich meine Homepage für das iPhone? Wie konvertiere ich mein Feed in Mobile-Formate? Welche Möglichkeiten gibt es für Word-Dokumente? Welche Konvertierungsmöglichkeiten gibt es für andere Formate? Was verbirgt sich hinter dem derzeit so populären ePub-Format? Der Beitrag ist ein erster Entwurf und wird künftig ergänzt und überarbeitet.

Tweet &

Lesen auf dem Handy?!

Wie jetzt, lesen auf dem Handy? Das mag für viele unvorstellbar sein, und doch hat sich das Handy inzwischen zu einem ernstzunehmenden E-Reader etabliert. In Asien gehören Handy-Romane schon länger zum Alltag und als Ursprungsland gilt allgemein Japan, genauer gesagt das Tokioter Hip-Viertel Shibuya (Pizzicato-Five-Fans werden es kennen), wo ein junger Autor mit “Deep Love” den ersten Bestseller aus seinem Handy-Roman machte. Auch China dürfte angesichts der großen Bedeutung des Internets für den Publishing-Sektor seinem Nachbarn in Sachen Mobile Reading kaum nachstehen.

In der westlichen Welt schickt sich vor allem das iPhone an, den neuen eReadern wie Kindle & Sony die Show zu stehlen und das Mobile Reading zu etablieren – das zumindest wurde im November von einigen Experten hochgerechnet: Danach dürfte sich der Kindle im Jahr 2009 etwa 3 Mio. mal in den USA verkaufen; dem stehen weltweit knapp 60 Mio. iPhones und iPodTouches gegenüber. Und auch der eBook-Download boomt: Im September 2009 wurden erstmals mehr eBooks als Games auf dem Handy heruntergeladen, das verkündete Ende 2009 die Mobile Analytics Company Flurry).


Nun leben und publizieren wir jedoch nicht in den USA, Japan oder China, und Deutschland ist bekanntermaßen in digitalen Angelegenheiten äußerst konservativ: In diesem Jahr hat das GfK erstmals Daten zum Kauf von eBooks (allg.) veröffentlicht und dabei kam man im erste Halbjahr 2009 auf gerade einmal 65.000 Downloads (hier geht’s zur Zusammenfassung der Studie). Zum Download von eBooks auf dem Handy sind mir bislang keine Zahlen für Deutschland bekannt. Doch die Verbreitung des iPhones ist auch hierzulande recht hoch: Bis Juni 2009 wurden etwa 620.000 iPhones in Deutschland verkauft. Und vielleicht liegt gerade hier die Chance für Self-Publisher: Denn wer hierzulande den ersten Mobile-Bestseller schafft, dem dürften massenhaft Presseberichte gewiss sein. Doch wie stellt man das richtig an?

Womit liest man auf dem Smartphone?

Leser nutzen verschiendene Programme und Applikationen, um Inhalte und eBooks auf Smartphones wie iPhone, Blackberry & Co. zu lesen – und ein Selfpublisher sollte eine Vorstellung von den Lesegewohnheiten seiner Zielgruppe haben. Populäre Möglichkeiten sind derzeit:

  • Webbrowser: Selfpublishing kann natürlich auch ausschließlich über Webseiten (Blogs & Co.) stattfinden. Diese Inhalte werden dann über den Web-Browser des Mobile-Gerätes betrachtet. Auch dabei gibt es etwas zu beachten, dazu unten mehr.
  • Kindle for iPhone: Die iPhone-App von Amazons E-Reader “Kindle” ist erst seit März 09 auf dem Markt. In Deutschland kann man diese Software-Applikation bislang nur über Umwege nutzen.
  • Stanza: Mit 2 Mio. Usern und 12 Mio. Book-Downloads im Juli 09 ist Stanza wohl die ebook-Software der Wahl für das iPhone. Stanza wurde im April 2009 von Amazon (Kindle) übernommen.
  • Barnes & Noble Bookstore App: Auch der größte Bookstore B&N ist mit einer App für das iPhone vertreten, die in Deutschland bislang jedoch nicht nutzbar ist (sprich: es sind keine eBook-Downloads möglich).
  • eReader: Diese App gehört zu B&N, unterstützt allerdings nur das recht exotische PDB-Format. Auf der Seite von eReader gibt es eine ausführliche Beschreibung, wie man eigene Inhalte zur Verfügung stellt. Außerdem gibt es ein E-Book-Studio zur Erstellung eigener Bücher.
  • Mobipocket: Hat man nicht nur das iPhone im Blick, sondern will auch andere Smartphones wie Blackberry, Palm oder Windows Mobile bedienen, kommt die Reader-Software Mobipocket mit dem mobi-Format ins Spiel. Mobipocket gehört ebenfalls zu Amazon.

Das richtige Format

Die kleine (und unvollständige) Liste oben macht es deutlich: Bei Smartphones herrscht der gleiche E-Book-Format-Krieg, wie bei den E-Readern Kindle, Sony & Co. Je nach Zielgruppe sollte man diesen Formatkrieg jedoch ein stückweit mitmachen: Bei Business-Büchern verzichtet man nur ungern auf das Blackberry und das damit verbundene mobi-Format, bei jungen Zielgruppen dürfte man ohne das iPhone und dem ePub-Format kaum eine Chance haben, und obgleich man das Exoten-Format PDB am liebsten überspringen würde, macht die Beliebtheit der eReader-Software einem das Leben schwer.
Die Formatvorlieben finden ihre Fortsetzung (oder ihren Ursprung) bei den klassischen E-Reader: Mobipocket ist das Hausformat von Amazon’s Kindle, während fasst alle anderen Reader (Sony, Hanlin, etc.) das offene ePub-Format unterstützen. Bevor es dem Leser an dieser Stelle zu viel wird: Glücklicherweise gibt es inzwischen einige Tools und Plattformen, mit denen auch Selfpublisher die wichtigsten Formate erstellen lassen. Im Folgenden werden verschiedene Ausgangssituationen und dazu passende Lösungen dargestellt.

Ich publiziere auf meiner Website. Wie optimiere ich die Seite für Mobile?

Eigentlich die beste Lösung: Das Manuskript im Web! Hat man die Seite selbst gehostet, kann man sie über verschiedene Tools leicht optimieren. Ist man jedoch bei einem Bloghoster (twoday, blogger und co.), hat man u.U. Pech gehabt. In diesem Fall muss man darauf vertrauen, dass iPhone-Nutzer beispielsweise die iPhone-App Instapaper kennen, mit der sich Webseiten bookmarken und optimiert lesen lassen.
Wer Wordpress benutzt, der kann auf eine der zahlreichen Mobile-Optimierungs-Plugins zurückgreifen. Eine aktuelle Übersicht (Nov. 09) von acht Wordpress-Plugins hat Tech-Zoom-In erstellt. Ein ebenso lesenswerter Beitrag über die Optimierung von Webseiten für Mobile findet sich im open forum (Nov. 09). Hier wird vor allem der Service Mobify angepriesen, der sowohl mit Wordpress, als auch mit anderen Seiten läuft. Die Case Studies sind wirklich beeindruckend und offensichtlich lässt sich die Optimierung leicht bewerkstelligen: Man legt bei Mobify einen Account an, gestaltet seine Seite mit ein paar Mausklicks neu, und anschließend werden Anfragen von Mobile-Applikationen automatisch auf die Mobify-Version seiner Seite umgeleitet (beispielsweise h**t://diyg.mobify.com).

Ich habe einen RSS-Feed. Wie mache ich daraus ein ePub?

Zwei Möglichkeiten:

  • Feedbooks: Über diese Plattform lassen sich RSS-Feeds in verschiedene Formate umwandeln: ePub (z.B. iPhone und Sony), Mobipocket (Kindle) und PDF (universell). Wie es funktioniert, ist in einem anderen Kapitel kurz beschrieben. Der große Vorteil: Feedbooks ist in der Stanza-Bibliothek für das iPhone gelistet, man kann also seine Publikationen ohne Umwege auf das iPhone bringen. Ob auch die per Feeds eingespielten und gewandelten eBooks in der Bibliothek gelistet werden, kann ich nicht prüfen, man kann jedoch davon ausgehen.
  • Zinepal: Dieser Webdienst ist eine Erweiterung der bekannten Feed2Mag-Dienste wie Tabbloid, Feedjournal & Co. Zinepal liefert jedoch nicht nur ein PDF, sondern bietet auch ein Mobipocket und ein ePub-File zum Download an. Ob sich das ganze gut im iPhone lesen lässt, müsste getestet werden. Der Vorteil ist sicher, dass auch Bilder importiert werden, der Nachteil möglicherweise, dass die Navigation erschwert ist. Die Satzqualität des PDFs ist vergleichbar mit Tabbloid – und auch hier gibt es leider keine Kontrollmöglichkeiten über den Output. Wer das ePub-Format etwas kennt (kurze Erklärung ganz unten), kann die Datei jedoch auch nachträglich anpassen (z.B. das CSS-Stylesheet). Eine Anbindung an eine iPhone-Bibliothek besteht nicht, man müsste das ePub also z.B. per Stanza separat zur Verfügung stellen.

Ich habe ein Word-Manuskript. Wie mache ich daraus ein Mobile-Format?

Auch hier gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten:

  • Stanza: Eine Möglichkeit ist die Desktop-Application von Stanza. Damit können u.a. Word-Dokumente in verschiedene Formate konvertiert werden.
  • Calibre: Calibre ist eine E-Book-Bibliothek als Desktop-Anwendung, die zusätzlich eine umfangreiche Konvertierung von verschiedenen Formaten zulässt und (über eine etwas kompliziert wirkende Prozedur) auch mit Stanza synchronisiert werden kann. Der Stanza-Anbieter lexcycle schreibt auf seiner Seite, dass die Desktop-Anwendung Calibre derzeit noch einen besseren Job macht, was die Beibehaltung von Formatierungen angeht. Calibre ist sicherlich derzeit das Tool der Wahl, wenn es um die Vorbereitung auf die Mobile-Welt geht.
  • Feedbooks scheidet als Tool leider aus, denn es lassen sich keine Dokumente importieren. Man müsste also die Texte mühsam in den Online-Editor kopieren und so sein Buch erstellen.
  • Apose Word-Plugin: Es gibt seit kurzem ein Plugin für Word, mit dem sich Dokumente in das ePub-Format speicher lassen. Für den Download muss man sich allerdings registrieren und diverse Angaben machen, die man natürlich auch fantasieren kann. Laut Forendiskussion funktioniert das Plugin gut.

Ich habe ein anderes Format, wie konvertiere ich das?

Es gibt zahlreiche weitere Konvertierungstools, die kaum einen Wunsch offen lassen. Eine gute Liste hat Lexcycle (Stanza) auf seiner Seite zusammengestellt. Neuerdings bietet auch Buzzwords von Adobe eine Speicherung von Dokumenten in ePub an. Angesichts der vielen Möglichkeiten ist das allerdings nur eine von vielen Möglichkeiten.

Welche Selfpublishing-Verlage und Verkaufsmöglichkeiten gibt es?

In einem Podcast hat der Autor Oliver Bendel über seine Erfahrungen mit dem Handy-Roman-Verkauf berichtet. Bendel publiziert über den Österreichischen Mobile-Ebook-Verlag blackbetty. Der Verlag nutzt die Pay-Gewohnheiten der jungen Zielgruppe und lässt die Leser über eine Nummer (ähnlich dem kostenpflichtigen Klingelton-Download) bezahlen. Die Konditionen klingen allerdings mager: Gerade einmal 10% Honorar erhält der Autor, also ähnlich wie mit Print-Büchern in klassischen Verlagen. Blackbetty ist kein Selfpublisher-Verlag: Manuskripte werden normal eingesand und nach klassischen Verlagskriterien ausgewählt.

Selfpublisher-Verlage, die Mobile-Formate anbieten, sind u.a.:

  • Xinxii: Auf der Xinxii-Plattform kann man Dokumente neuerdings auch im EPub-Formate hochladen und zum Verkauf anbieten.
  • Bookrix: Auch die Selbpublisher-Plattform Bookrix bietet inzwischen das ePub-Format an. Über Bookrix lassen sich Bücher allerdings nicht verkaufen.
  • Readbox: Der Anbieter Readbox zählt hierzulande zu den Mobile-Spezialisten, entsprechend können dort alle Bücher auch in Mobile-Formaten erworben werden. Readbox kooperiert mit Verlagen, bietet jedoch auch eine freie Publikationsmöglichkeit an.
  • Tredition: Vereinzelt können auch Bücher des Selfpublisher-Verlags Tredition über die Readbox-Plattform erworben werden, so hätte man auch hier grundsätzlich die Möglichkeit zum Mobile-Publishing.
  • Lulu: Auch der Marktführer (?) Lulu bietet seit November den Upload und Verkauf des ePub-Formats an.
  • Weitere? Bitte ergänzen

Die Vertriebskanäle und Verkaufsmodelle (Mobile-Payment?) sind im Einzelfall noch unklar.

EPub selbst erstellen

Grundsätzlich gibt es inzwischen so viele Tools, dass man sich über das ePub-Format keine Gedanken mehr machen muss. Trotzdem kann etwas Hintergrundwissen nützlich sein: EPup ist ein Datei-Archiv, ähnlich wie zip (winzip) oder gz (winrar). Und tatsächlich kann man eine ePup-Datei schlicht umbenennen (Endung .gz/.rar anhängen) und anschließend mit dem entsprechenden Programm entpacken. So erhält man drei Dateien bzw. Ordner:

  • mimetype: In dieser Datei stehen lediglich zwei Wörter, die dem Reader den Dateityp verrät (z.B.: application/epub+zip)
  • META-INFAuch in diesem Ordner befindet sich oft nur eine XML-Datei, die dem Reader kurz erklärt, wo sich die Inhalte des ebooks befinden.
  • Ops In diesem Ordner befinden sich die eigentlichen Inhalte. In einem separaten Ordner werden die Bilder abgelegt, die Text-Inhalte befinden sich in einer html-Datei, für Typographie und Layout gibt es eine eigene CSS-Datei, das Inhaltsverzeichnis wird in der Datei toc.ncx abgelegt, während schließlich die Content.opf Meta-Daten (Autor, Genre etc.) sowie die Pfade zu den übrigen Dateien enthält.

Wer schon einmal eine Word-Datei als html oder filtered html gespeichert hat, dem ist dieses Prinzip nicht ganz fremd. Wer sich zudem mit html und css auskennt, der dürfte keine großen Probleme haben, die ePup-Datei nach seinen Wünschen zu editieren und beispielsweise Meta-Daten zu ergänzen oder Schriftarten zu ändern.
Es gibt im Netz zwei Anleitungen, wie ePub-Dateien händisch hergestellt werden können. Das mag heute nicht mehr sinnvoll sein, zum besseren Verständnis sind beide Beiträge jedoch empflohlen:

  • jedisaber Eine ausführliche und gut verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zu ePub.
  • Der ePub Format Construction Guide ist deutlich knapper und eher für Leute mit umfangreicheren Vorkenntnissen in html und CSS geschrieben.

Weitere Lesetipps

  • Jan Tißler hat im Upload Magazin einige Vorüberlegungen zum Mobile Publishing angestellt.
  • Manybooks: Gute Quick Instructions und Software-Übersicht für alle Ausgabegeräte (von iPhone bis Kindle).
  • Lexcycle/Stanza: Eine gute Übersicht über Konvertierungs-Tools und Plattformen für Mobile-Formate.
  • CNET: Etwas älterer Vergleich zwischen den drei dominierenden iPhone Readerapps Stanza, eReader und iPhone for Kindle.
  • to be continued…

DIYG-Autor Schuermanns Dieser Artikel wurde am 06.Dezember 2009 von Schuermanns geschrieben. Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.

Vom Feed zum E-Book

Posted: November 24th, 2009 | Author: Schuermanns | Filed under: Converting | 1 Comment »

In diesem Artikel werden verschiedene Online-Dienste vorgestellt, über die sich Inhalte aus RSS-Feeds automatisiert in ein E-Book (PDF) umwandeln lassen. Die Tools bieten kaum oder keine Kontrollmöglichkeiten über den Output an. Vorgestellt werden (zunächst): Feedbooks, RSS2PDF, Starscape und Wikitye, Blogbooker und Blog2Print.

Tweet &

feedbooks – prepare it for the e-reader

feedbooks.com ist der Service der Wahl, wenn es darum geht, Feed-Inhalte für den E-Book-Reader zu optimieren. Die Feed-Konvertierung ist eher eine Nebenfunktion, hauptsächlich geht es bei feedbooks um die Erstellung von Texten und die anschließende Publikation. Der große Vorteil: Feedbooks bietet verschiedene Formate zum Download an:

  • E-Pub
  • Mobipocket/Kindle
  • PDF
  • Custom-PDF

Feedbooks versteht sich gleichzeitig als Community und es stehen bereits zahlreiche Publikationen zur Verfügung, aus denen eine digitale Bibliothek zusammengestellt werden kann.

feedbook

Angesichts des guten Services und der relativ hohen Präsenz am Markt ist es verwunderlich, dass der Dienst nach wie vor starke Defizite in der Usability hat: Die wenigen Funktionen sind recht uneinheitlich verteilt und man hat seine liebe Mühe, Funktionen oder einmal publizierte Medien wiederzufinden.

Als Beispiele bzw. zur Anleitung:

  • Die persönliche Leiste (”Mein Name”) ist leer und bietet keine Übersicht, auch wenn bereits etwas publiziert wurde. Um seine Publikationen einzusehen muss der Unterpunkt “Books” ausgewählt werden.
  • Unter “Publish” können neue Buchprojekte angelegt werden, es gibt jedoch keine Übersicht über bestehende Projekte, um sie ggf. zu editieren (siehe erster Punkt).
  • Feeds (also auch “publish” von Feeds) laufen wiederum unter dem Reiter “News”. Bereits publizierte Feeds tauchen jedoch unter der persönlichen Leiste (”Mein Name”) nirgendwo auf.
  • Grundsätzlich landet man beim Verfolgen eines Links fasst immer an einem Dead End ohne Ebenen- oder Gliederungsübersichten bzw. eine Backlink-Funktion.

Bei der Konvertierung in ein PDF kann man die Templates in Schrifttype, Schriftgröße und Format für verschiedene Reader optimieren. Bilder werden nicht mit importiert, dafür werden – im Gegensatz zu den Konvertierungstools für Magazin-Designs, Lesezeichen erstellt, über die sich gut navigieren lässt. Außerhalb von E-Readern würde man die Feed-PDFs allerdings kaum anbieten wollen.

rss2pdf – one click is enough!

Einen extrem einfachen Service stellt rss2pdf zur Verfügung: URL eingeben, Knopf drücken, fertig! Zwar fehlen jede Einstellungsmöglichkeiten oder Freiheiten in der Formatwahl. Trotzdem sieht das E-Book auf den ersten Blick akzeptabel aus:

rss2pdf

Wikitype und Starscape

Die Liste von Konvertierungstools, die nur mit bestimmten Diensten funktionieren, beginnt mit Starscape für den Google Reader. Ein Test war nicht möglich, das Beispiel von Starscape lässt jedoch ein gutes Ergebnis vermuten: Starscape produziert ein zweispaltiges Layout mit Inhaltsverzeichnis und Lesezeichen, zudem importiert es Bilder. Über Umwege wie Yahoo-Pipes (RSS-Mashup und Filter-Service) könnte man den Output indirekt beeinflussen. Doch wer geht schon den komplizierten Weg, wenn es einfachere Alternativen gibt?

starscape

Der gleiche Anbieter stellt mit WikiType auch noch einen Service zur Wandlung von Wiki-Book-Beiträgen in PDF-Ausgaben zur Verfügung.

blogbooker – wordpress.com and lifejournal

Mit der Überschrift ist auch schon alles gesagt: Dieser Service funktioniert nur in Verbindung mit den beiden Blog-Communities wordpress.com und lifejournal. Der Dienst bietet für beide eine Umwandlung in ein PDF oder E-Book an. Blogbooker arbeitet auf LaTeX-Basis, ein Open-Source Text-Programm, das besonders unter Naturwissenschaftlern und Ingenieuren beliebt ist, allerdings das Erlernen einer eigenen Auszeichnungssprache erfordert und einen wysiwyg-Editor wie Microsoft-Word nur als Zusatz-Plugin bereitstellt. Aus der Beschreibung von Blogbooker kann man schließen, dass die Wandlung weitgehend automatisch abläuft und der Output so gut wie nicht beeinflussbar ist:

Given your export file, entries and comments are exported in XML and all images are fetched on the Web. Then these files are processed. All entries are sorted by year and month, comments are nested and images included into a book of professional quality thanks to LaTeX.

blog2print – convert, publish & pay!

blog2print ist ein schon etwas in die Jahre gekommener Service von Sharedbooks, über den sich aus Bloginhalten Printbücher erstellen lassen, die dann über SharedBook gekauft werden können. Der Service akzeptiert nur die drei Blog-Communities:

  • Blogger
  • Typepad
  • Wordpress

Selbstgehostete Wordpressblogs werden beispielsweise nicht unterstützt. Auch die Preise sprechen für bzw. gegen sich: ein 20-seitiges Buch kostet 14,95$, als Hardcover 24,95$ und pro zusätzlicher Seite noch einmal 35 Cents, sprich ein 100-seitiges Buch kostet 42,95$. Ein PDF schlägt mit 7,95$ zu Buche. Was der Service für Funktionen bietet, konnte nicht getestet werden, man sollte sich jedoch überlegen, ob für diese Leistung nicht andere Dienste (z.B. FastPencil) deutlich günstigere Konditionen und einen wesentlich breiteren Service anbieten.


DIYG-Autor Schuermanns Dieser Artikel wurde am 24.November 2009 von Schuermanns geschrieben. Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.

Vom Feed zum PDF-Magazin

Posted: November 21st, 2009 | Author: Schuermanns | Filed under: Converting | 4 Comments »

In diesem Artikel werden verschiedene Online-Dienste vorgestellt, über die sich Inhalte aus RSS-Feeds automatisiert in ein PDF-Magazinformat umwandeln lassen. Die Tools bieten teilweise umfangreichere, meist jedoch keine Kontrollmöglichkeiten über den Output an. Vorgestellt werden (zunächst): Tabbloid, Feedjournal, fivefilters, news2paper und zinepal.

Tweet &

Tabbloid – keep it simple

www.tabbloid.com aus dem Hause HP dürfte das bekannteste Web-Tool sein, mit dem sich RSS-Inhalte per Knopfdruck in ein PDF-Format umwandeln lassen. Für die Erstellung der zweispaltigen Tabbloid-Ausgabe ist keine Account nötig; es reicht die Angabe einer Feed-Adresse, einer E-Mail-Adresse und eines Intervalls, in dem die Tabbloid-Version versendet werden soll. Zur Auswahl stehen eine tägliche oder wöchentliche Lieferung mit Angabe des Liefertages. Die Qualität ist grundsätzlich in Ordnung (Flattersatz), je nach Inhalten (große und viele Bilder) ist das Ergebnis mal mehr und mal weniger ansehnlich.

tabbloid

FeedJournal – make it flexible

Feedjournal.com dürfte mit Tabbloid zu den etabliertesten Tools gehören. Im Gegensatz zum HP-Angebot setzt Feedjournal in de Standard-Version auf ein vierspaltiges Zeitungslayout. Der Dienst hat sich im letzten Jahr deutlich weiterentwickelt, inzwischen gibt es drei verschiedene Optionen:

  • Ohne Account: Man bekommt ein PDF im vierspaltigen Zeitungs-Design zugeschickt, es können allerdings keine Intervalle angegeben werden.
  • Mit Account: Man kann die einzelnen Beiträge aus einem Feed gezielt auswählen, zwischen Block- und Flattersatz wechseln, Bilder einbinden oder ausblenden und zwischen 2- bis 4-spaltigen Layouts wählen.
  • Pro Account: Man erhält zusätzliche Editionsmöglichkeiten wie ein personal branding etc. Der Pro-Account kostet recht stolze 59$ im Monat.

Damit ist Feedjournal der mit Abstand flexibelste Service seiner Art, allerdings sind auch hier die Ergebnisse nicht immer ansehnlich. Zur Einbindung des persönlichen FeedJournals in externe Seiten kooperiert der Service mit der Publishing-Plattform doXtop, ebensogut kann man auch issuu.com verwenden. In den FAQs gibt die Seite viele nützliche Tipps, wie zum Beispiel Dapper, mit dem sich eigene Feeds bauen lassen, sowie Yahoo-Pipes, mit dem sich Feeds kombinieren und Filtern lassen.

feedjournal_editfeedjournal

fivefilters – do it yourself

fivefilters.org ist ein relativ einfacher Dienst, der im Ergebnis stark an Tabbloid erinnert: Ein zweispaltiges PDF-Magazin mit etwa gleichem Design. Der Clou: Fivefilters ist ein Open-Source-Projekt und lässt sich auf dem eigenen Server hosten. Wer also eine selbstgehostete Website wie Wordpress oder Typo nutzt, kann seinen Lesern die Umwandlung der Inhalte in ein PDF-Magazin auf der eigenen Seite anbieten.

fivefilters

news2paper – become professional

new2paper ist ein relativ neuer Anbieter aus Köln und der erste Dienst in unserer Review, bei dem eine Anmeldung zwingend erforderlich ist. Um zu gewährleisten, dass keine fremden Webinhalte publiziert werden, muss im eigenen Blog eine PDF-Datei eingebunden werden, über die sich der Dienst freischalten lässt. Die Vorgehensweise ist umständlich, unsinnig wird sie jedoch dadurch, dass der Service einem die genaue Adresse vorgibt, unter der das PDF erreichbar sein muss. Es reicht also nicht der Stammordner, in dem Dateien üblicherweise gespeichert werden. Hosted man seinen Blog selbst, lassen sich Dateien per FTP verschieben. Ist man allerdings bei einem Bloganbieter, hat man wenig Einflussmöglichkeiten auf den Speicherort. Was das alles soll, weiß wohl nur der Anbieter. Vielleicht wäre ein Blick auf andere Dienste hilfreich, die über eine einfache Code-Einbindung eine Freischaltung organisieren. Oder man nehme FastPencil, bei dem sich nach dem Einloggen in den eigenen Blog die Inhalte per RSS ziehen lassen. Schade sind diese unsinnigen Einstiegshürden vor allem, weil zumindest die Beispiele qualitativ gut aussehen und der Service – bei einem Premium-Angebot von 22,61 Euro monatlich – einiges verspricht:

  • Individuelle Kopf- und Fußzeilen
  • Frei wählbares Design, inkl. Schriftarten, Farben, Anordnung, etc.
  • Seitenformat wählbar
  • Flexible Kategorienverwaltung
  • Ohne news2paper-Werbung (white label)

Außerdem bietet der Dienst auch ein Wordpress-Plugin an, mit dem man den Service auf der eigenen Seite integrieren kann.

news2papernews2paper3

Zinepal – go mobile

Ein weiterer Mitspieler unter den blog2mag-tools, der die anderen in einiger Hinsicht in den Schatten stellt, ist zinepal. Die Handhabung ist denkbar einfach: Auf der Startseite wird schlicht eine Feed-URL eingetragen, anschließend können die Artikel ausgewählt und neu sortiert werden, rudimentäre Einstellungen wie Schriftarten sowie Lieferintervall sind ebenfalls möglich, bevor man schließlich das Magazin erhält.

zinepalmagzinepalformat


Schon dieser Workaround ist so einfach und übersichtlich, wie man ihn sich wünscht. Der eigentliche Clou ist jedoch ein anderer: Zinepal liefert nicht nur eine PDF-Version, sondern auch im ePub- und im Mobi/Kindle-Format, also für E-Reader und Smartphones optimiert!
Zudem hält Zinepal für Pro-User eine Menge nützlicher Zusatz-Tools bereit:

  • Man kann ein eigenes Logo einfügen
  • Man kann eigene Werbung (Bilder) einbauen
  • Man kann jede Story editieren und formatieren
  • Schließlich kann man sogar eigene Templates anlegen

Der Pro-Account liegt mit 3,99 pro Monat bei einer Laufzeit von einem Jahr deutlich unter dem Preis von Feedjournal bzw. news2paper: Der Preis tut nicht mehr allzu weh und dürfte durch ein zusätzliches Werbeangebot relativ leicht wieder einzuspielen sein. Gleichzeitig sind die Ausgabeformate so, wie sie sein müssen: Mobile-kompatibel und damit zeitgemäß.


DIYG-Autor Schuermanns Dieser Artikel wurde am 21.November 2009 von Schuermanns geschrieben. Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.