Dokumentenplattformen im Überblick

Posted: Januar 24th, 2010 | Author: Schuermanns | Filed under: Sharing | 8 Comments »

Dokumentenplattformen haben vor allem mit dem amerikanischen Anbieter Scribd einen Aufschwung erlebt und sind heute feste Größen im Web. Dabei ist der Übergang zu anderen Sharing-Plattformen wie Issuu für Magazine oder auch Filestoring-Diensten wie Box.net fließend. Im Gegensatz zu Selfpublishern bieten die Dokumenten-Plattformen allerdings keine Printversionen und auch keinen Vertrieb über den klassischen Handel an. Vorgestellt werden in diesem Beitrag die Anbieter Docstoc, Doktus, DoXtop, PEO, Txtr, Scribd und XinXii.

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Docstoc

Docstoc ist seit November 2007 auf dem Markt und wird seitdem als Hauptkonkurrent von Scribd gehandelt. Ebenso wie bei Scribd lassen sich bei Docstoc Dokumente in den verschiedensten Formaten (doc, xls, ppt, pps, pdf, rtf, txt, docx, xlsx, ppts) hochladen. Anschließend können die Dokumente online über einen Reader gelesen oder auch auf externen Seiten eingebettet werden:


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Bislang wurden auf Docstoc ca. 11 Mio. Dokumente hochgeladen, wobei der Schwerpunkt auf Business- und Legal-Inhalten liegt. Die beliebtesten Dokumente weisen knapp 1 Mio. Views aus. Damit ist die Plattform zwar bereits recht groß, liegt insg. jedoch noch deutlich hinter Scribd, zumindest in Bezug auf die Anzahl der Views. Allerdings versucht sich Docstoc mit diversen Zusatztools abzuheben: Interessant ist z.B. die Synchronisationsfunktion oder die Möglichkeit, über DocCash mittels eingeblendeter Google-Adwords-Layern an Werbeeinnahmen zu partizipieren (50% gehen an den Autor).
Scribd und Docstoc haben in 2009 diametrale Strategien verfolgt: Beide haben einen Store zum Verkauf von Dokumenten eröffnet (Scribd im Mai 2009, Docstoc im August 2009). Scribd hat dabei Verträge mit verschiedenen namhaften Verlagen geschlossen und versucht nun über die inhaltliche Aufwertung einen ernstzunehmenden eBook-Store zu etablieren. Anders Docstoc: Die Plattform hat Verträge mit zahlreichen Dokumentensellern geschlossen und verbessert dadurch die Vertriebswege für die Inhalte der Uploader.
Glaubt man der Statistik von compete.com, so hat Scribd seit Mitte 2009 deutlich nachgelassen, während Docstoc leicht zulegen konnte und sich nun beide Plattformen auf einem ähnlichen Niveau bewegen:

Allerdings sind bei Scribd die Viewer-Zahlen bei eBooks nach wie vor deutlich höher als bei Docstoc. Zudem sind bei Docstoc leider nirgendwo die genauen Konditionen für einen Verkauf im eStore auffindbar.

Doktus

Doktus ist eine Dokumentenplattform mit Schwerpunkt auf Business-Dokumenten und Vorlagen. Ebooks finden sich hier nicht, allerdings verstreut etwas Literatur oder Ratgeber. Der Schwerpunkt liegt jedoch klar Gebrauchsdokumenten wie Kündigungsvorlagen etc., mit denen die Plattform eine beachtliche Leserschaft anzieht: Über 300.000 Views zählt das Top-Dokument auf Doktus.
Die Dokumente können per Flashpaper online gelesen werden, ein Einbetten in externe Seiten ist nicht möglich. Ebenso wenig bietet Doktus einen Verkauf für Uploader an, es gibt lediglich einen Store mit einigen Dutzend Profi-Vorlagen. Leider ist die Vorschau recht klein geraten und auch sonst mangelt es an weiteren Informationen (Verfasser?), sodass man die Katze im Sack kaufen muss. Kurios ebenfalls, dass Doktus ein recht eigenes Verständnis von Tagging mitbringt: Über die Tags erhält man nicht etwa weitere getaggte Dokumente, sondern es wird offensichtlich eine Suchanfrage mit dem Tag-Begriff generiert, die anschließend alles sinnige und unsinnige wieder ausswirft (”Roman” findet dann auch “necromancer”). Das mag zwar gut sein, um die Trefferzahlen zu erhöhen, aber nicht unbedingt, um passende Informationen zu finden…

DoXtop

Eine recht unbekannte Dokumentenplattform aus Deutschland ist DoXtop, die irgendwo zwischen Scribd und Issuu angesiedelt ist. Etwas mehr “Web-Publicity” hat DoXtop als Partner von dem online-basierten und recht bekannten feed-to-mag-Konverter Feedjournal erhalten, der an anderer Stelle bereits vorgestellt wurde. Die Plattform ist inzwischen mit über 11.000 Dokumenten gefüllt, während die Leserzahlen mit gut 5.000 an der Spitze noch steigerungsfähig sind. Dass DoXtop hierzulande nahezu unbekannt ist, spiegelt sich auch in den Dokumenten wieder: Fasst alle sind englischsprachig:

DoXtop zeigt sich mit einer Vielzahl von Funktionen auf der Höhe der Zeit: Communities, ein eigener Magazin-Bereich, Embedding, Statistik-Funktionen bis hin zu kollaborativen Workflows – so ziemlich alles wird aufgefahren. Allerdings ist die Plattform nicht ganz so übersichtlich und intuitiv in der Bedienung und ev. macht sich auch im Marketing bemerkbar, dass DoXtop eher das (sehr gute) Nebenprodukt eines Stuttgarter Software-Hauses ist, das sich ansonsten als Dienstleister z.B. im Bereich SharePoint bewegt. Trotzdem nicht ausgeschlossen, dass die Plattform noch einen späten Frühling erlebt, denn die Funktionalitäten überzeugen.

Peo

Peo ist eine weitere Dokumentenplattform aus Deutschland, die ähnlich wie XinXii einen Upload und Verkauf von Dokumenten und eBooks ermöglicht. Die unterstützten Formate sind pdf, txt, rtf und doc sowie die Bildformate jpg, gif und png. Ebooks erhalten von Peo kostenlos eine ISBN, außerdem bietet PEO den Autoren eine Unterstützung beim Layout an.
Im Gegensatz z.B. zu XinXii bietet PEO eine komplette Onlinevorschau aller (freien und sogar kommerziellen) Dokumente an. Hübsch ist zudem die Idee, aus den verschiedenen Kategorien Online-Magazine zu generieren. Zwar wirken einige Magazine wie Spielwiesen für Selbstdarsteller, andere – wie das Magazin für Theatertexte – kommen jedoch recht lebendig und gut gestaltet daher:

peotheater

PEO hat wohl eher ein Problem mit dem Marketing: Es wurden zwar bereits über 9.000 Dokumente hochgeladen, allerdings halten sich die Viewer-Zahlne mit etwa 7.000 an der Spitze noch in Grenzen.

Scribd

Die Dokumentenplattform Scribd aus San Francisco dürfte wohl jedem bekannt sein, denn in seinem dreijährigen Bestehen (März 2007) hat sich eine beachtliche Usergruppe gebildet und es gab viel Publicity im Web: Mit ein paar Klicks können Texte und Dokumente hochgeladen, anschließend über den Scribd-Reader gelesen und auf externen Webseiten eingebettet werden. Nach Scribd-Angaben wurden bislang ca. 10 Mio. Dokumente hochgeladen, das populärste Dokument zählt immerhin über 2 Mio. aufrufe (ein Data-Sheet vom USaid) und auch die diversen Communities auf Scribd weisen recht beeindruckende Zahlen auf. Zur Verbreitung (zumindest englischsprachiger) Dokumente dürfte die Plattform zusammen mit docstoc die erste Wahl sein:

World Population Datasheet 2007

Als Verkaufsplattform für Dokumente ist Scribd hingegen für deutsche Autoren noch nicht interessant: Der Store befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase und ist nur in den USA verfügbar. Dort kann der Autor den Preis für den Verkauf – ähnlich wie bei den Self-Publisher-Verlagen – selbst festlegen und nachträglich anpassen. Von den Einnahmen erhält der Uploader einen Anteil von 80%. Hauptaugenmerk liegt bei Scribd jedoch auf eBooks, die er von Partnerverlagen erhält.

An Formaten akzeptiert Scribd die gängigen PDF-, Office- und Text-Dokumente. Ein Upload von Bildern ist nicht möglich, und leider wird auch das ePub-Format derzeit nicht mehr unterstützt. Das scheint vor dem Hintergrund des neu etablierten eBook-Stores etwas unverständlich, kurios wird es dadurch, dass Scribd über eine mobile-optimierte Webseite verfügt, über die jedoch nur “Smartphone-feindliche” Formate wie PDFs heruntergeladen werden können.

Trotz des Verbesserungspotentials: Scribd hat dem Dokumenten-Sharing in den letzten Jahren sicherlich einen großen Schub gegeben und zahlreiche ambitionierte Nacheiferer gefunden.

txtr

Das Startup txtr ist 2008 als einfaches Texterstellungs- und Verwaltungs-Tool angetreten. Die Grundfunktionalität – Texte erstellen resp. kopieren, in Ordnern sammeln und ggf. freizugeben – ist bis heute geblieben, mit einem zeitgemäßen Text-Snipper gab es einen netten Update, insgesamt hat sich die Plattform jedoch zu einem Online-Ebook-Store gewandelt, wobei txtr vor allem mit seinem eigenen Ebook-Reader für Aufmerksamkeit sorgte.

Txtr sticht vor allem durch ein sehr gutes und immer zeitgemäßes Web-Design hervor. Eigene Texte lassen sich hier jedoch nur bedingt verbreiten, sodass die Plattform für Selfpublisher allenfalls als Notizsammler in Frage kommt.

XinXii

XinXii ist eine etablierte, deutschsprachige Plattform, über die sich Dokumente jeder Art verkaufen lassen. Die Überschneidungen mit klassischen Selfpublisher-Verlagen sind groß, zumal auch eBooks mit ISBN und ebenso eMagazine veröffentlicht werden können. Wie bei allen Dokumentenplattformen ist jedoch keine Veröffentlichung von Print-Versionen auf XinXii möglich und die Dokumente werden auch nicht über klassische Vertriebswege wie dem Buchhandel verkauft, sondern nur über den XinXii-Shop, in dem zurzeit etwa 6.500 Dokumente angeboten werden. Bei den meisten Selfpublisher-Titeln dürften die Vertriebswege jedoch ohnehin keine große Rolle spielen: Allenfalls ist die einfache Verfügbarkeit über den Amazon-Account ein Plus (keine erneute Eingabe von Bankdaten, bekannter Anbieter etc.), aber den Verkauf anheizen dürften das nicht.

Auch bei XinXii legen die Autoren den Preis selbst fest, wobei je nach Publikationsart mehr oder weniger Freiheiten bestehen:

  • Bei Publikationen mit ISBN greift die Buchpreisbindung und nachträgliche Änderungen sind nicht mehr möglich;
  • Bei Publikationen ohne ISBN kann der Preis nachträglich geändert werden.

Vom Netto-Verkaufspreis erhalten die Autoren ein Honorar von 70%.

Der Publikationsprozess ist bei XinXii beschrieben und denkbar einfach: Man macht Angaben zu Titel, Untertitel und Inhalt, füllt ein Autorenprofil aus, gibt eine Kategorie an, setzt den Preis fest und lädt schließlich die Datei hoch. Bei den Eingabeformaten zeigt sich XinXii flexibel: Word-, Excel-, Power-Point und PDFs sind erlaubt. Bei den Ausgabeformaten kam Ende 2009 noch das ePub-Format hinzu, das allerdings bislang von den Autoren nicht in Anspruch genommen wurde.

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Wie es um die Verkaufsaussichten steht, ist schwer einzuschätzen: Nach eigener Aussage hat XinXii pro Tag mehrere Tausend Besucher. Bei der Bestseller-Liste schwanken die Views zwischen ca. 43.000 (Platz 1, erstaunlich bei dem stolzen Preis von 23,80 Euro) und 460 (Platz 8). Der aktuelle Titel auf Rang 10 weist wieder über 6000 Views aus (alles Stand Jan. 2010). Die Conversation-Rate (Käufer im Verhältnis zu Besuchern) schwankt also stark und über die Verkaufszahlen kann man nur Vermutungen anstellen: Für Platz 8 wären 460 Verkäufe bei einer Conversation-Rate von 1:1 das Maximum, angesichts der ansonsten offensichtlich eher geringen Konversationsraten und einem sehr hochpreisigen Verkaufsschlager sollte man eher von einigen Dutzend Exemplaren bis max. niedrigen dreistelligen Zahlen bei den Bestsellern ausgehen (was für Selfpublisher allerdings schon einen beachtlichen Erfolg darstellt).

XinXii bemüht sich wie kaum eine andere Plattform um eine Präsenz im Social Web: Die Plattform ist von Twitter bis Facebook so ziemlich überall zu finden und animiert auch die Autoren zu einem Engagement im Netz. Damit setzt XinXii sicher auf den für Selfpublisher mit Abstand vielversprechendsten Ansatz. Zudem gibt es Embed-Funktionen, mit denen die Bücher auf externen Seiten beworben werden können (leider ohne Preview-Funktionen, generell kommt das “Eeinschnuppern” etwas zu kurz). Obwohl man allen Selfpublishing-Autoren grundsätzlich Bestseller-Träume ausreden sollte, kann sich für ambitionierte Schreiber die Frage nach der Vertriebsstärke der Plattform und der Verfügbarkeit des Titels stellen.


DIYG-Autor Schuermanns Dieser Artikel wurde am 24.Januar 2010 von Schuermanns geschrieben. Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.

Sharing-Plattformen für E-Mags

Posted: November 30th, 2009 | Author: Schuermanns | Filed under: Sharing | 6 Comments »

Dieser Beitrag stellt Sharing-Plattformen vor, über die sich E-Magazine (PDF-Magazine) im Web verbreiten lassen. Die Portale bieten eine einfache Umwandlung von PDF-Formaten in blätterbare Flash-Magazine an, die innerhalb der Plattformen angeboten und zusätzlich auf externen Seiten eingebunden (embed) werden können. Mit dem Gedanken der nicht-kommerziellen Verbreitung unterscheiden sich diese Plattformen von Vertriebs-Plattformen und Web-Verlagen, wobei einige Tools Mischformen darstellen. Behandelt werden die Webtools Issuu, Yudu und weitere Dienste wie Camaleo. Im Auge behalten wird außerdem die Ankündigung eines I-Tunes for Magazines von Times, Conde Nast & Co.

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Besser sharen als nichts zu haben

Das schlimmste Schicksal für eine Publikation dürfte die Nichtbeachtung durch das Publikum sein. Und gerade für Selfpublisher-Magazine sind die Hochglanz-Varianten aus den vertriebsstarken Verlagen eine übermächtige Konkurrenz. Doch das Web bietet Abhilfe: Über Sharing-Plattformen, die sich auf Magazin-Formate spezialisiert haben, kann heute jedes PDF-Magazin sein Publikum finden. Im ersten Schritt lässt sich damit noch kein Geld verdienen, jedoch können dem so gewonnene Publikum über andere Wege immer noch kostenpflichtige Varianten angeboten werden.

Issuu.com

Die bekannteste Plattform zur Verbreitung von PDF-Magazinen ist Issuu.com. Ein aktuelles Beispiel von einem Selfpublisher-Magazin sieht so aus:

Die Anwendung ist simpel: Man legt einen Account an, lädt sein PDF-Magazin hoch und bekommt anschließend ein blätterbares Flash-Magazin. Die E-Mags können sowohl innerhalb der Issuu-Plattform (z.B. über Gruppen) vorgestellt, als auch per E-Mail oder Link über die üblichen Communities (Twitter, Facebook, Myspace, Delicious) verbreitet werden. Wichtigstes Tool fürfte die Flash-Einbindung in externe Seiten sein ( “embed”), wozu eine Reihe von zusätzlichen Darstellungs-Optionen zur Verfügung stehen:

issuu

Über die Popularität und Stärke von Issuu können die Größe der Community sowie die Anzahl der Views Aufschluss geben. Bei Issuu sind über 1.000 Publisher (Uploader) registriert und die stärkste Gruppe bilden etwa 600 Mitglieder einer Foto-Community. Den Rekord bei den Views hält derzeit (Nov. 09) ein russisch-sprachiges, kommerzielles Auto-Magazin mit über 1. Mio Zugriffen. Damit ist Issuu als Verbreitungsportal vermutlich ungeschlagen.

Issuu setzt auf ein Freemium-Modell und bietet mit 19$ pro Monat einen Pro-Account an, bei dem einige Beschränkungen fallen und neue Features hinzukommen: Die Zahl der Reader und Publikationen ist unbegrenzt, ebenso der zur Verfügung stehende Speicherplatz. Außerdem ist das Angebot beim Pro-Account werbefrei und es stehen zusätzliche Statistik-Funktionen zur Verfügung.

Yudu

Issuu besteht bereits seit 2006, zwei Jahre später – im Sommer 2008 – ist mit Yudu.com im E-Mag-Bereich der möglicherweise einzig ernst zu nehmende Konkurrent an den Start gegangen. Yudu unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht:

  • Der Dienst beschränkt sich nicht auf E-Mags, sondern ist ebenso auf E-Books und sogar Audio-Formate (Yudu-Plus) ausgelegt.
  • Yudu betont die Library-Funktion, über die auch externe Webseiten gebookmarkt werden können. Yudu ist also als zentrale Konsumplattform für Medien angelegt.
  • Yudu bietet über den Plus-Account auch einen kommerziellen Vertrieb an und über einen Pro-Account einen professionellen Service ohne Branding.
  • Yudu verzichtet beim E-Viewer auf den Wow-Effekt, ist dafür aber m.E. benutzerfreundlicher

Embedded sieht eine Yudu-Publikation so aus:

Der Verkauf über Yudu-Plus läuft über ein Paypal-Konto, allerdings müssen sich Käufer erst auf Yudu registrieren, um Publikationen zu erwerben.

Insgesamt ist Yudu ein ernstzunehmende Konkurrenz für Issuu, da es fasst alle Möglichkeiten (inkl. embedding-, group- und sharing-Optionen) bietet und zusätzlich eine Kommerzialisierung zulässt. Auch im Preis ist Yudu konkurrenzfähig: 99$ kostet der Pro-Account im Jahr, statt bei Issuu 19$ im Monat. In Sachen Popularität hinkt der Neuling dem Establishement allerdings noch deutlich hinterher: Auf der Plattform wurden inzwischen ca. 350 Publikationen hochgeladen, während Issuu wie erwähnt alleine über 1000 Publisher hat.

Weitere Dienste und ein I-Tunes for Magazines?

Der Erfolg von Issuu hat einige Mitbewerber in den Schatten gedrängt bzw. nach anderen Konzepten suchen lassen. Calameo ist ein ähnlicher Service, der sich allerdings im Gegensatz zu Yudu so gut wie garnicht von issuu absetzt, bis vielleicht auf die Vielsprachigkeit. Ein eingebundenes Magazin sieht über calameo so aus:

Home in the Northland – Dec '09
Publish at Calaméo or browse others.

Ein auf Musikmagazine spezialisierter Service ist idiomag. Das Idiomag setzt entsprechend auf Multimedia-Einbindung, kommt allerdings recht schwerfällig daher und liefert auch keine gut funktionierende Embed-Funktion. Der Versuch, mit Hypercomics.com ein ähnliches Portal für diese Gattung ins Leben zu rufen, ist mehr oder weniger gescheitert. Heute heißt der Dienst mashon und setzt auf Multimedia. Auch Comics sind nach wie vor zu finden, aber auch dieser Dienst ist eher schwerfällig. Die Embed-Funktion wurde gleich ganz weggelassen und selbst die Share-Funktion ist nur für registrierte Mitglieder nutzbar.

Aufhorchen lässt hingegen die Ankündigung von Conde Nast, Times und einigen weiteren Verlagen, man wolle ein “I-Tunes for Magazines” gründen. Ob diese (Vertriebs-)Plattform dann auch für Self-Publishing-Projekte offen steht und ähnlich gute Verbreitungsmöblichkeiten wie Issuu oder Yudu bietet, bleibt abzuwarten.


DIYG-Autor Schuermanns Dieser Artikel wurde am 30.November 2009 von Schuermanns geschrieben. Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.