Titelhelden – Magazin-Editor der Deutschen Post

Posted: November 16th, 2009 | Author: Schuermanns | Filed under: Editing Online | No Comments »

Im September/Oktober 2008 hat die Deutsche Post mit “Titelhelden” einen Online-Magazin-Editor vorgestellt, über den User eigene Magazine erstellen, drucken und versenden können. Etwa ein Jahr später gab es den ersten Relaunch der Plattform. Die Idee zu den “Titelhelden” stammt von einer Post-Mitarbeiterin, umgesetzt wurde das Konzept von der Kölner Web-Agentur “People Interactive”.


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Auf der Plattform können User eigene Magazinprojekte anlegen, fertige Layoutvorlagen nutzen oder eigene Vorlagen erstellen und speichern. Das Projekt arbeitet überwiegend auf Flash-Basis und erlaubt einen Upload von Bildern, die anschließend per drag&drop in das Magazin eingefügt, verschoben und vergrößert bzw. verkleinert werden können. Externe Texte, z.B. aus Word-Dokumenten oder dem Web, können nicht integriert werden, hier sind also Copy & Paste oder die gute alte Tipp-Arbeit gefragt. Die Texte werden – ähnlich wie bei Word – per Textfelder integriert. Schriftart, -farbe, -größe etc. werden mit einem Text-Tool angepasst. Als Highlight der Plattform gilt die Möglichkeit zur Kollaboration, bei der der Chef-Editor weitere Redakteure per E-Mail einläd und am Projekt beteiligt. Nach Fertigstellung des Magazins kann ein Vorabdruck, eine Auflage zum Versand oder ein PDF zum Download bestellt werden.


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Die Usability des Projekts stand im Vordergrund des Relaunches Ende 2009, wie Marco Haubricht in einem Interview anlässlich des Web-to-Print Forum erklärte:





Nach wie vor fällt jedoch die relativ schwerfällige Reaktion der Plattform eher negativ auf, und vor allem das äußerst schmale Editor-Fenster. Anstelle eines großzügigen Editors verbraucht die Plattform viel Platz für das Post-Branding im Header und die weiterführenden Angaben im Footer. Die Nutzerführung ist nach dem Relaunch jedoch übersichtlicher und einfacher geworden.

Kosten
Die Herstellungskosten können über einen Online-Kalkulator vor dem Anlegen des Magazin-Projekts berechnet werden und variieren mit der Auflagenhöhe, der Qualität des Papiers und der Wahl zwischen 4c-Druck oder schwarz-weiß. Für ein achtseitiges Magazin entstehen Kosten von:

Auflage 4c/120g sw/80gf
1 6,74 Euro 5,36 Euro
11 5,41 Euro 4,66 Euro
31 4,46 Euro 4,17 Euro
101 4,08 Euro 3,39 Euro



Im Preis sind MwSt. erhalten, jedoch nicht der Versand. Alternativ kann eine PDF-Version für 10,- Euro erworben werden.

Fazit
“Titelhelden” dürfte einer der ersten, vielleicht sogar der einzige online-basierte Magazin-Editor sein, von daher verdient das Projekt Beachtung. Eine große Berichterstattung im Web gab es bislang allerdings nicht, und auch die Aussage zum Relaunch lässt vermuten, dass sich die Userzahlen derzeit in Grenzen halten. Ein Grund liegt sicher im dominanten Branding zu Lasten der Editor-Größe, zumal mit der Post auch nicht unbedingt ein flottes Web2.0-Image transportiert wird. Hinzu kommen relativ hohe Kosten, die Schwerfälligkeit bei der Bearbeitung und die fehlende integration externer Texte. Ein Vorteil gegenüber einer Offline-Erstellung ist die Möglichkeit zur Kollaboration und – je nach Perspektive – auch die Anbindung an Druck und Vertrieb für diejenigen, die die Eigenorganisation scheuen. Der Download eines PDFs für 10 Euro, das anschließend über Magazin-Plattformen wie Issue & Co. vertrieben werden kann, ist sicher eine weitere Alternative. In der Gesamtschau überzeugt die Plattform als Online-Magazin-Editor noch nicht ganz, zeigt aber immerhin eine mögliche Richtung auf.

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DIYG-Autor Schuermanns Dieser Artikel wurde am 16.November 2009 von Schuermanns geschrieben. Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.

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