Sharing-Plattformen für E-Mags
Posted: November 30th, 2009 | Author: Schuermanns | Filed under: Sharing | 6 Comments »Dieser Beitrag stellt Sharing-Plattformen vor, über die sich E-Magazine (PDF-Magazine) im Web verbreiten lassen. Die Portale bieten eine einfache Umwandlung von PDF-Formaten in blätterbare Flash-Magazine an, die innerhalb der Plattformen angeboten und zusätzlich auf externen Seiten eingebunden (embed) werden können. Mit dem Gedanken der nicht-kommerziellen Verbreitung unterscheiden sich diese Plattformen von Vertriebs-Plattformen und Web-Verlagen, wobei einige Tools Mischformen darstellen. Behandelt werden die Webtools Issuu, Yudu und weitere Dienste wie Camaleo. Im Auge behalten wird außerdem die Ankündigung eines I-Tunes for Magazines von Times, Conde Nast & Co.
Besser sharen als nichts zu haben
Das schlimmste Schicksal für eine Publikation dürfte die Nichtbeachtung durch das Publikum sein. Und gerade für Selfpublisher-Magazine sind die Hochglanz-Varianten aus den vertriebsstarken Verlagen eine übermächtige Konkurrenz. Doch das Web bietet Abhilfe: Über Sharing-Plattformen, die sich auf Magazin-Formate spezialisiert haben, kann heute jedes PDF-Magazin sein Publikum finden. Im ersten Schritt lässt sich damit noch kein Geld verdienen, jedoch können dem so gewonnene Publikum über andere Wege immer noch kostenpflichtige Varianten angeboten werden.
Issuu.com
Die bekannteste Plattform zur Verbreitung von PDF-Magazinen ist Issuu.com. Ein aktuelles Beispiel von einem Selfpublisher-Magazin sieht so aus:
Die Anwendung ist simpel: Man legt einen Account an, lädt sein PDF-Magazin hoch und bekommt anschließend ein blätterbares Flash-Magazin. Die E-Mags können sowohl innerhalb der Issuu-Plattform (z.B. über Gruppen) vorgestellt, als auch per E-Mail oder Link über die üblichen Communities (Twitter, Facebook, Myspace, Delicious) verbreitet werden. Wichtigstes Tool fürfte die Flash-Einbindung in externe Seiten sein ( “embed”), wozu eine Reihe von zusätzlichen Darstellungs-Optionen zur Verfügung stehen:

Über die Popularität und Stärke von Issuu können die Größe der Community sowie die Anzahl der Views Aufschluss geben. Bei Issuu sind über 1.000 Publisher (Uploader) registriert und die stärkste Gruppe bilden etwa 600 Mitglieder einer Foto-Community. Den Rekord bei den Views hält derzeit (Nov. 09) ein russisch-sprachiges, kommerzielles Auto-Magazin mit über 1. Mio Zugriffen. Damit ist Issuu als Verbreitungsportal vermutlich ungeschlagen.
Issuu setzt auf ein Freemium-Modell und bietet mit 19$ pro Monat einen Pro-Account an, bei dem einige Beschränkungen fallen und neue Features hinzukommen: Die Zahl der Reader und Publikationen ist unbegrenzt, ebenso der zur Verfügung stehende Speicherplatz. Außerdem ist das Angebot beim Pro-Account werbefrei und es stehen zusätzliche Statistik-Funktionen zur Verfügung.
Yudu
Issuu besteht bereits seit 2006, zwei Jahre später – im Sommer 2008 – ist mit Yudu.com im E-Mag-Bereich der möglicherweise einzig ernst zu nehmende Konkurrent an den Start gegangen. Yudu unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht:
- Der Dienst beschränkt sich nicht auf E-Mags, sondern ist ebenso auf E-Books und sogar Audio-Formate (Yudu-Plus) ausgelegt.
- Yudu betont die Library-Funktion, über die auch externe Webseiten gebookmarkt werden können. Yudu ist also als zentrale Konsumplattform für Medien angelegt.
- Yudu bietet über den Plus-Account auch einen kommerziellen Vertrieb an und über einen Pro-Account einen professionellen Service ohne Branding.
- Yudu verzichtet beim E-Viewer auf den Wow-Effekt, ist dafür aber m.E. benutzerfreundlicher
Embedded sieht eine Yudu-Publikation so aus:
Der Verkauf über Yudu-Plus läuft über ein Paypal-Konto, allerdings müssen sich Käufer erst auf Yudu registrieren, um Publikationen zu erwerben.
Insgesamt ist Yudu ein ernstzunehmende Konkurrenz für Issuu, da es fasst alle Möglichkeiten (inkl. embedding-, group- und sharing-Optionen) bietet und zusätzlich eine Kommerzialisierung zulässt. Auch im Preis ist Yudu konkurrenzfähig: 99$ kostet der Pro-Account im Jahr, statt bei Issuu 19$ im Monat. In Sachen Popularität hinkt der Neuling dem Establishement allerdings noch deutlich hinterher: Auf der Plattform wurden inzwischen ca. 350 Publikationen hochgeladen, während Issuu wie erwähnt alleine über 1000 Publisher hat.
Weitere Dienste und ein I-Tunes for Magazines?
Der Erfolg von Issuu hat einige Mitbewerber in den Schatten gedrängt bzw. nach anderen Konzepten suchen lassen. Calameo ist ein ähnlicher Service, der sich allerdings im Gegensatz zu Yudu so gut wie garnicht von issuu absetzt, bis vielleicht auf die Vielsprachigkeit. Ein eingebundenes Magazin sieht über calameo so aus:
Ein auf Musikmagazine spezialisierter Service ist idiomag. Das Idiomag setzt entsprechend auf Multimedia-Einbindung, kommt allerdings recht schwerfällig daher und liefert auch keine gut funktionierende Embed-Funktion. Der Versuch, mit Hypercomics.com ein ähnliches Portal für diese Gattung ins Leben zu rufen, ist mehr oder weniger gescheitert. Heute heißt der Dienst mashon und setzt auf Multimedia. Auch Comics sind nach wie vor zu finden, aber auch dieser Dienst ist eher schwerfällig. Die Embed-Funktion wurde gleich ganz weggelassen und selbst die Share-Funktion ist nur für registrierte Mitglieder nutzbar.
Aufhorchen lässt hingegen die Ankündigung von Conde Nast, Times und einigen weiteren Verlagen, man wolle ein “I-Tunes for Magazines” gründen. Ob diese (Vertriebs-)Plattform dann auch für Self-Publishing-Projekte offen steht und ähnlich gute Verbreitungsmöblichkeiten wie Issuu oder Yudu bietet, bleibt abzuwarten.
Dieser Artikel wurde am 30.November 2009 von Schuermanns geschrieben.
Sebastian Schürmanns ist Initiator des Do-It-Yourself-Guides for Publishers. Er war über acht Jahre als Produktmanager, Berater und Texter für Verlage und Agenturen tätig. Seit Anfang 2010 arbeitet er in einer Internet-Agentur und hält mit dem DIYG seine Liebe zum Publishing-Business warm.






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Mir fehlt http://www.scribd.com/ in der Auflistung.
@Stephan, vielen Dank, scribd wollte ich separat zusammen mit anderen Dokumentenplattformen wie doxtop etc. behandeln, da die Präsentationsformen nicht speziell auf das Magazin-Format ausgerichtet sind. Wollte allerdings erst noch Sharing-Plattformen zu eBooks recherchieren. Aber ich gebe zu, die Format-Trennung ist im Web etwas künstlich…
[...] Sharing-Plattformen für E-Mags wird eine interessante Art der Publikation vorgestellt: “Dieser Beitrag stellt [...]
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[...] über Sharing-Plattformen für Dokumente oder E-Mags [...]